ChatGPT & AI Overviews: Stirbt der organische Traffic über Suchmaschinen wie Google wirklich aus?
Studie zeigt, ob KI den SEO-Traffic zerstört. Erfahre, warum der SEO-Einbruch durch KI bisher nur ein Mythos ist.

Studie zeigt, ob KI wirklich den SEO-Traffic über Google zerstört.
Seit dem Launch von ChatGPT Ende 2022 wird in der Marketingwelt ein düsteres Bild gezeichnet: Suchmaschinenoptimierung bzw. Google SEO sei am Ende. Die Behauptung steht im Raum, dass LLMs (Large Language Models) Google ablösen und der organische Traffic um 25 % oder mehr eingebrochen sei.
Keine Panik vor KI: SEO-Traffic bleibt stabil
Doch eine neue, umfassende Analyse von Graphite in Zusammenarbeit mit Similarweb zeigt nun: Diese Zahlen halten der Realität nicht stand. Für die Studie wurden über 40.000 der größten Websites in den USA untersucht. Das Ergebnis? Der SEO-Traffic ist stabil.
Die Mythen vs. Die Fakten
Der Bericht räumt mit den gängigsten Fehlannahmen auf:
Mythos 1: Der SEO-Traffic ist dramatisch eingebrochen
Die Realität: Der organische Traffic von Suchmaschinen ist im Jahresvergleich lediglich um 2,5 % gesunken. Das ist weit entfernt von den prognostizierten Einbrüchen von 25 % bis 60 %. Interessanterweise konnten die Top-10-Websites sogar ein leichtes Plus von 1,6 % verzeichnen.
Mythos 2: Die Menschen nutzen LLMs statt Suchmaschinen
Die Realität: Obwohl ChatGPT und Co. massiv wachsen, stagniert die Nutzung von Suchmaschinen nicht. Tatsächlich stieg der Traffic zu Suchmaschinen im Jahr 2025 sogar leicht an (+0,4 %). Google verzeichnete im vierten Quartal 2025 sogar ein Besucherplus von 1,4 % im Vergleich zum Vorjahr.
Mythos 3: AI Overviews (AIO) zerstören die Klickrate (CTR)
Die Realität: Es stimmt, dass AI Overviews die Klickrate auf organische Ergebnisse um etwa 35 % senken können. Aber: Sie erscheinen laut Daten von Ahrefs nur bei etwa 30 % der Suchanfragen – primär bei informationellen Keywords. Zudem haben sie oft die klassischen „Featured Snippets“ ersetzt, die bereits zuvor die CTR drückten.
Mythos 4: Google „stiehlt“ Klicks für Ads
Die Realität: Zwar gibt es eine minimale Verschiebung hin zu Werbeanzeigen, doch das Verhältnis bleibt deutlich: 90 % aller Klicks bei Google gehen nach wie vor auf organische Ergebnisse. Nur 10 % entfallen auf bezahlte Anzeigen.
Warum kursieren dann so viele Schreckensnachrichten?
Graphite führt dies auf methodische Fehler in anderen Studien zurück. Viele Berichte basieren auf:
- Umfragen: Menschen erinnern sich oft falsch an ihr Verhalten oder unterliegen dem „Bestätigungsfehler“.
- Kleine Stichproben: Einbrüche bei einer Handvoll Websites (wie oft bei Hubspot oder Monday.com zitiert) sind nicht repräsentativ für das gesamte Internet.
- Kognitive Verzerrungen: Die „Verfügbarkeitsheuristik“ lässt uns glauben, dass ein Trend (KI-Nutzung) allgemeingültig ist, nur weil er in unserer Tech-Blase präsent ist.
Fazit: SEO im Wandel, nicht im Niedergang
Die Daten zeigen deutlich: Google ist nach wie vor der Gigant des Webs. Während Nischen wie Nachrichten, Kochen oder Gesundheit zweistellige Rückgänge verzeichneten (oft durch Google-Updates bedingt), wachsen Bereiche wie E-Commerce und Marktplätze weiter.
SEO ist nicht tot – es verändert sich lediglich. Wer sich auf hochwertige Inhalte konzentriert und die neuen KI-Suchen (GEO – Generative Engine Optimization) versteht, wird auch 2026 und darüber hinaus organischen Traffic gewinnen.